wahlen

Nächstes Jahr stehen ja diverse Wahlen an. Der Bundestag wird neu gebildet, das Europaparlament gewählt und hier in Frankfurt muss auch noch ein neuer Landtag gewählt werden. Wenn ich mir parteiprogramme, einzelne Kandidaten und die Öffentlichkeitsarbeit der wählbaren Parteien so anschaue, komme ich immer wieder zu dem Schluß, daß ich unmöglich einer dieser Parteien meine timme geben kann. Ich muss einfach davon ausgehen, daß meine Stimme sonst gegen meinen Willen arbeitet und zur legitimatione irgendeines schwachsinnigen Projekts herhalten muss. Dieser Umstand, vereint mit dem Eindruck, ca. 80% der jeweiligen Abgeordneten haben aus den Augen verloren, daß sie von uns, den Wählern in ihr Amt gesetzt wurden und auch für uns, die Wähler zu arbeiten haben, bringt mich zu dem Entschluss, auf eine neue wählbare Partei aufmerksam zu machen: Die Piraten Partei. Bei den letzten Landtagswahlen hier in Hessen bin ich über diese ernste Alternative gestolpert und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, das einige ihrer Ansichten und Ziele der Demokratie in Deutschland und Europa sehr gut tun würde. Allerdinges braucht diese Partei noch Unterschriften um gewählt werden zu können. Diese Unterschriften kann man der Partei hier geben.

Trampen

“Trampen funktioniert nicht mehr.” Höre ich in letzter Zeit des öfteren. Meiner Erfahrung nach stimmt das nur bedingt. Wenn ich meine letzten Tramp-Touren so betrachte, haben wir drei grundsätzlich unterschiedliche Erfahrungen:
Rostock-Frankfurt : Eher unangenehm. 22 Stunden lang an Autobahnen rumgehangen. Ein Paar Stunden an der Raststätte Wildeshausen-Nord unter Bäumen geschlafen. Aber von ausnehmend netten Leuten mitgenommen worden. WObei sich da wieder einmal gezeigt hat, das es den Klischee-mitnehmer nicht gibt. Von einem Surfer auf dem Weg nach Hause, einem Industriemaschinenmonteur beim Umzug, einer Mutter auf dem Weg ihren Sohn abzuholen. Ein Geschäftsmann auf Dienstfahrt (der lieber sein Hörbuch weitergehört hat als sich mit mir zu unterhalten) und einer Russischen Familie auf dem Weg zum Flughafen. Aber: 22 Stunden.
Am Freitag, nachdem ich die erste Strecke mit einem neuen VW Pan Americana selbst gefahren bin, nach kaum zehn Minuten warten von einer Jungen Dame, die mich ein Stück bis Bingen mitnehmen wollte, dann aber doch auf die A3 musste und mich so letzten Endes bis hinter Koblenz mitgenommen hat. Von dort bin ich allerdings gar nicht weiter mitgenommen worden, sonden bin ein Stück die Autobahn entlang gelaufen. Dann über verschiedene Dörfer bis Koblenz rein und zum Banhof.
Und schließlich heute, als ich von Trechtingshausen nach Bingen laufen wollte und von einer Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern spontan mitgenommen wurde und zwar nicht nur bis Mainz, sondern bis Frnakfurt zurück und anschließend noch zum Kaffetrinken eingeladen wurde. Sehr untershciedlich, manchmal anstrengend, aber immer wieder spannend.
Ärgerlich ist dabei dann nur, das sich in den Köpfen der meisten Leute festgesetzt zu haben scheint, daß Tramper dazu neigen sie auszurauben, was dann von Medien auch noch unterstützt wird. Vielen dank auch für das grundsätzliche Misstrauen den Mitmenschen gegenüber.

seiltanz

Da stehst Du jetzt. Zitternd. Schwitzt sogar ein wenig. Trotz des kühlen Windes der leicht mit deinen Haaren spielt. Angestrengt verkrampfst Du vor Angst. Vor dem Fallen. Jetzt einen Halt haben wäre schön. Eine Hand, eine Schulter, irgendetwas zum festklammern. Nur kurz, um diesen schrecklich langen Augenblick zu überbrücken. Diesen Wimpernschlag währenddessen Du Dich irgendwo zwischen stehen und stürzen befindest. Und du willst nicht stürzen. Bestimmt nicht. Willst oben bleiben, Dich behaupten. Willst weitermachen, weitergehen. Jetzt wo Du Dich einmal getraut hast. Den bekannten Boden verlassen hast. Dich endlich mal aufgerafft hast, ein neues Ziel fixiert hast, eine neuen Weg gegangen bist. Leicht hat der ausgesehen. Leicht und spielerisch hat es ausgesehen, wie die Anderen diesen Weg langgetanzt sind, fast schwebend. Gelacht haben Sie, ganz befreit. Wie Engel haben Sie ausgesehen so schwebend und so fröhlich.
Und das wolltest Du dann auch. Mal ganz leicht sein. Ganz befreit und ohne Angst. Und bist losgelaufen. Und dann auf einmal hast du erkannt, dass es gar nicht so leicht ist, sein Vertrautes aufzugeben. Sich zu bewegen, tragen zu lassen. Ganz in der Schwebe. Hast festgestellt, dass Alles anders ist weil Alles sich ändert, immer. Auf einmal funktionieren die alten Wege, die alten Strategien nicht mehr. Die sind eben für den alten, festen, den vertrauten Boden und hier ist alles anders. Hier sind links und rechts gleichzeitig. Hier kann alles passieren, jeden Augenblick. Und Du musst da drauf gefasst sein. Klar hast Du versucht die Kontrolle zu behalten. Wie du es immer versuchst. Das ist die einzige Möglichkeit sicher zu sein. Aber hier hat das keinen Wert. Sicherheit. Die gibt es hier nicht, ist auch bedeutungslos. Aber das zu begreifen ist schwer und schmerzt ein wenig. Als würde alles was Du bisher gemacht hast und gewesen bist in Frage gestellt. Und Du musst es schnell begreifen, sonst stürzt Du.
Hier zählt nur Wachheit und die Bereitschaft zu reagieren. Egal was kommt und wie schnell. Und so stehst Du jetzt hier. Hast begriffen, dass du das Drumherum nicht ruhig stellen kannst. Und dann weisst Du es schon. Dass Du nichts mehr kontrollieren kannst. Nichts mehr ins Gleichgewicht bringen. Nur Dich.
Musst selber ruhig sein. Dich ins Gleichgewicht bringen. Und dann fängst du an Dich selber zu sehen, wacklig und unsicher. Kurz vor dem Sturz. Und du beruhigst dich. Du atmest durch, konzentrierst Dich nur auf Dich selber. Erkennst Deinen Schwerpunkt und bringst dich langsam ins Gleichgewicht. Und auf einmal ist egal, dass kein Halt da ist. Du brauchst ihn nicht. Bist selbst Halt. Du entspannst und beginnst zu schweben. Gehst weiter, und ein Glücksgefühl überkommt dich, weil du jetzt weisst, wie Du bist. Und bist fröhlich und leicht und die anderen die dich sehen, sehnen sich nach dieser Leichtigkeit mit der Du dahin tanzt.

selbst schuld

Vorneweg: Ja, ich mag mein thinkpad. klein, leicht, super akkulaufzeit und gute features machen das Teil zu einem absolut guten Begleiter überallhin. Leider unterstützt Linux (speziell Ubuntu 8.04) aber einige gute und sinnvolle Features nicht. Deshalb hab ich gestern um Speicherplatz zu sparen die Partition auf der Linux installiert war formatiert. Und mich heut morgen gefragt, wieso ich eigentlich jedesmal vergesse, dass ich damit auch die bootloaderkonfiguration lösche. Mist. Ein Glück gibt’s die Ultimate Boot Cd. Naja, vielleicht denk ich nächstes mal dran.

gedacht

Kühles Licht streift Felsen wieder,
kündet von der Sonne Lauf.
Schimmert leis’ von Wipfeln nieder
auf das klaffend tiefe Tal,
kriecht die schroffen Kanten rauf,
als ging’s den Weg das erste mal.
Und über Klüften – kalt und kahl -
hockt einsam auf der hohen Spitze
stumm ein alter Wandervogel
- sich sehnend nach des Sommers Hitze –
und zupft den Frost sich vom Gefieder.

Bleiern dringt das Licht durch graue
dicke Nebelschwaden – träge -
und der Vogel schärft die Klaue
an der eisig glitzernd Kante.
Probt die ersten Flügelschläge
und sein Blick der einstmals brannte
sucht müde nun das unbekannte
Ziel, das Rast und Ruh verspricht
- Lang herbeigesehnt im Geist –
und trägt doch Wildheit im Gesicht;
schaut ins neblig Ungenaue.

Die schweren Nebelschwaden steigen
langsam auf und zieh’n davon.
Und in das morgendliche Schweigen
tönt Windgebraus – noch leise.
Der Vogel spreizt die Flügel schon,
kennt er doch längst die alte Weise
Des Sturms der ihm auf seiner Reise
schon oft war einziger Gefährte.
Der ihm das Ferderkleid zerzauste
und auch an seinen Kräften zehrte
Die sich ja nun dem Ende neigen.

Wild tost der Wind, reisst eine kleine
Feder von des Vogels Schwingen
Der sich nun hebt von seinem Steine,
kraftvoll mit den Flügeln schlägt
aufs neue mit dem Sturm zu ringen
der ihn weit in die Ferne trägt.
Die Feder noch vom Sturm geprägt,
liegt geborsten nun dort oben -
Bis ein Wandrer kommt des Wegs
Sie sieht und rasch hat aufgehoben
Ein Brausen hört und denkt das seine.

radio

Musik höre ich ja normalerweise von Schallplatte. Mit Knacken, Rauschen und allem was sonst so dazugehört. Keine Dauerberieselung eben, sondern Seite für Seite eine bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte Musik. Und nach spätestens einer Schallplattenseite steht die nächste Entscheidung an. Das ist vielleicht mit ein wenig arbeit verbunden, steigert aber meiner Erfahrung nach das Musikerlebnis um ein Vielfaches, da ich die Musik wesentlich bewusster höre und geniesse, als sagen wir mal 30 GB Musik wild von meiner Lieblingssoftware durwürfeln und ausspucken zu lassen. Gut, wenn ich unterwegs bin höre ich natürlich Datenmusik in MP3 Form, aber auch da meist keine “Random all”-Auswahl, sondern schön selektiert. Radio hingegen habe ich lange Jahre lang gar nicht gehört, weil ich mir das endlose Gequatsche zwischendrin sparen wollte. Mal ehrlich, abgesehen von Formfehlern in allen Bereichen, von einem Aushebeln der Grammatik zugunsten einer höheren Informationsdichte sind die Meisten Sendungen auch inhaltlich eher bescheiden, wenn nicht sogar schmerzhaft.

Warum nun diese ganze Vorschwafelei? Ein kleiner Lokalsender aus Hessen hat mich doch tatsächlich begeistert. Bisher habe ich werder eine wirklich schlechte Sendung gehört, noch auch nur einen einzigen schlechten Song. Und das halte ich wirklich für erwähnenswert. In diesem Sinne: weiter so Radio Bob!

twitterklon

Bei den Arbeiten an slackspot.de sind marc und ich gestern über einen interessanten Dienst gestolpert. Niimo nennt sich das ganze und ist im Prinzip nichts, als eine alternative zu Twitter. Warum Alternative, wenn Twitter doch gut ausgebaut läuft? Weil Twitter in Deutschland keine SMS Updates mehr unterstützt. Niimo hingegen schon. Die Updates von Freunden können problemlos per Messenger oder eben SMS verfolgt werden. Andersherum funktioniert es genauso gut. Sehr nett das ganze und vor allem kostenlos.

herbstanfang II

Da heute mein freier Tag war und der Plan ins Morgenbachtal zum klettern zu fahren aufgrund der allgemeinen Wetterlage ausfiel musste schnell ein alternatives Kletterziel her. Ach ja, die Lorsbacher wand, ganz hier in der nähe  – wenn man ein auto hat. Wenn nicht, hat man zumindest einen Roller – oder aber der Kletterpartner hat einen. Mit dem Roller die ganze Stecke zu fahren ist zwar lang, aber unter Kastanienalleen zum Herbstanfang durchaus sehr schön. Klettern ist ja eh immer schön, besonders wenn man den anreiz hat, dass oben noch die Sonne scheint. Dann ohne Sonne zurückzufahren – auch auf dem Roller – ist allerdings (besonders an den Händen) recht Kalt. Ich brauche Handschuhe – zum Glück weiss ich, wo’s welche gibt.