ganz dunkel

Gestern gegen Ende einer lägeren Beratung durch mehrere Kollegen ergab sich dann noch folgendes Gespräch:

“Sind in den Schlafsäcken denn auch die Größen nochmal irgendwo reingeschrieben?”
“Nein. Sind sie nicht. Ist das irgendwie wichtig? Ich mein, Wenn Sie die richtige Größe jetzt kaufen, dann wird sie sich ja nicht mehr verändern.”
“Ja aber wir wollen ja zwei kaufen in unterschiedlichen Größen und müssen die dann unterscheiden.”
(Hier musste ich tatsächlich eine kurze Pause einlegen um zu verarbeiten dass Die Dame nicht von alleine drauf kam.)
“Naja die sind dann ja unterschiedlich lang und das sieht man. Also Ihr könnt dann sehen dass der kürzere von beiden kürzer ist.” (Das hätte ich wohl besser nicht gesagt, denn die Dame war nun ein wenig entrüstet.)
“Haben Sie schonmal im Dunkeln ein Zelt aufgebaut?”
“Ja. Durchaus.”
“Und eingeräumt?”
“Ja auch das.”
“Na da kann man nicht mehr sehen wie lang die sind.”
“Naja wenn’s so dunkel ist, dass Sie das nicht mehr sehen können, könnten sie doch auch die childer nicht mehr lesen auf denen die Größe steht.”
(Hier folgte eine kürzere Pause.)
“Dann hol ich miene Stirnlampe raus um die Schilder zu lesen.”
“Mit dem Licht sehen Sie ja auch die Schlafsäcke wieder. …. Aber gut wenn’s ihnen so wichtig ist nehmen sie doch einen mit links- und einen mit rechtsseitigem Reissverschluss. Dann können Sie beide unterscheiden.”
“Das ist gut. Das machen wir.”
Ich habe dann nicht mehr gefragt, wieso sie ein Zelt im Dunkeln aufbaut wenn sie eine Stirnlampe beihat.

zivilisation

Zwei wochen Urlaub waren zuende. Zurück in der Zivilisation, nagut in Kriftel aber immerhin, verglichen mit der Ruhe des schwedischen Sommen und der abgeschiedenen eigenen Realität der Abenteuerschule in Großzerlang erscheint auch Kriftel als Zivilisation, geniesse ich dieselbe wie? Richtig, ich fare mit Gregor in dessen garten um dort acht stunden lang Pflanzen zu pflücken oder auszubudddeln, zuzubereiten und zu essen. Oder zu trinken, wie beispielsweise den Kaffee aus gerösteten Löwenzahnwurzeln. EIn hoch auf die Zivilisation.

nicht für die Arktis

Menschen zu beraten, wenn es um Outdooraktivitäten geht macht mir nach wie vor enorm viel Spass. Mich mit dem Material zu beschäftigen, funktionsweisen zu verstehen und dieses Wissen weiterzugeben. Gemeinsam das beste Produkt für den jeweiligen Zweck aus der doch breiten Palette herauszufiltern. Allerdings kommt es duraus häufiger vor, dass die Kuden offenbar erst im Laufe der beratung feststellen was sie eigentlich wollen. So kommt es immer wieder zu durchaus amüsanten Gesprächseröffnungen wie “Ich suche einen Schlafsack der leicht ist und trotzdem warmhält.” “Ja, wie warm denn so?” “Warm genug. Also jetzt nicht für arktische Aktivitäten.”. Die häufigsten Wünsche beim kauf eines Schlafsacks sind meiner Erfahrung nach:
“Nicht für die Arktis/ den Himalaya.”, “Jetzt nichts Wildes.”, “Eher so für normal.” und “Ich brauch den nicht für extreme Sachen.”
Wenn ich dann nachfrage, wofür denn dann, stellt sich meist heraus, dass der Schlafsack für alles andere gut sein soll. Alternativ wird auch das nächste Extrem ausgeschlossen.
Erstaulich, dasses offenbar recht schwer ist genaue Vorstellungen von deml, was ein Produkt leisten soll zu formulieren. Oder sich auch nur vor dem betreten des Ladens darüber Gedanken zu machen. Im Gegenzug haben wir jetzt begonnen die Schlafsäcke entsprechend zu beschriften. anstatt “Tundra”, “Kompakt” “Zensor” etc. heissen sie nun “Nichts Wildes”, “Nicht für Himalaya”, “Eher für normal”, etc.
Ich freu mich schon auf den nächsten Kunden der einen Schlafsack “nicht für den Himalaya” sucht und dann genau diesen vorgeführt bekommt.

wasserdicht

Wasserdicht und dabei hoch atmunsfähig, so sieht der Stoff aus, den sich Outdoor-Sportler immer wüschen. Und den es bisher nicht so richtig gibt. Na gut, Gore-Tex ist Wasserdicht wie ein Friesennerz, atmet allerdings auch entsprechend wenig, zumindest bei relativ hohem Außenluftdruck, z.B. wenn es regnet. AUßerdem ist fraglich ob zum draußen-sein und naturgeniessen wirklich das Tragen von Sondermüll notwendig ist, dessen Herstellung recht giftig ist. Dann gibt es da ja noch ETA-Proof. Biologisch angebaute imprägnierte Baumwolle, die ziemlich gut atmet und eine ganze Weile dicht hält, allerdings nicht immer. Und heute morgen stolpere ich glatt über die Meldung einer neuen Möglichkeit, bei der Polyesterfasern mit Silikon-Nanofilamenten beschihctet werden, was eine dreidimensionale, höchst dauerhafte Struktur ergebe, die im Test den Stoff auch unter zweimonatigem Dauerwasserdruck trocken hielt. Das Ganze wird wohl schon eine Weile unter dem Begriff Lotus-Effekt erforscht. Wenn es damit tatsächlich die Möglichkeit gibt Trägermaterialien dauerhaft wasserdicht zu machen, ohne die Atmungsfähigkeit zu beeinträchtigen wäre das mal eine erfreuliche Neuigkeit. Besser, günstiger und gleichzeitig wesentlich Umweltverträglicher als der momentane Marktführer klingt ziemlich nach Nachfolger. Bleibt die Frage, ob nicht auch wasserdampf der von innen kommt, innen gehalten wird. Man darf gespannt sein, was draus wird.

winteranfang

Wie vorhergesagt, hat dieses Wochenende der Winter angefangen. So richtig mit Schnee. Natürlich musste der Winteranfang gebührend begangen werden. Also haben Marc und ich uns mal wieder auf den Weg ins Morgenbachtal gemacht, um dor zu wandern und zu Biwakieren. Mit kaum zwei Stunden Verspätung sind wir auch gestern Abend gegen 21:30 Uhr in Trechtingshausen angekommen. Vom dortigen Bahnhof sind wir munter durch die mondlose aber sternenklare Nacht gelaufen. Je höher wir kamen, um so mehr Schnee lag noch entlang des Wegs. Oberhalb der Kletterfelsen angekommen, Haben wir dann direkt ein Feuer gemacht um den ca. vier Grad minus etwas entgegenzusetzen. Aber das Wandern, Lagerfeuer machen und wandern bildete ja nur den Rahmen zum biwakieren. Die Schlafsäcke sollten schießlich auch bei minusgraden und Schnee getestet werden. Gut, als es dann tatsächlich wieder losgeschneit hat, haben wir doch noch das Überzelt als Tarp aufgespannt. Mit Schnee im Gesicht schläft sich halt schlecht. Und ja: es ist einfach großartig mitten im Schnee in eienem Schlafsack liegend aufzuwachen. Natürlich mollig warm und trocken.
Heute Morgen (gut eigentlich war es wohl schon Mittag) nach einem leckeren Frühstück (delikate Blaubeersuppe und Kaffee) und wiederpacken der Rucksäcke sind wir dann noch Stück gewandert und schließlich zurück nach Frankfurt gefahren. Ergebnis: Die Schlafsäcke sind toll und wir sind sehr zufrieden, aber müde.
Ach ja, die Fotos gibts im Studivz hier

Da kann ich kaum anders als Heinrich Heines Wintermärchen zu gedenken:

als ich an die Rheinbrück’ kam,
Wohl an die Hafenschanze,
Da sah ich fließen den Vater Rhein
Im stillen Mondenglanze.

»Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein,
Wie ist es dir ergangen?
Ich habe oft an dich gedacht
Mit Sehnsucht und Verlangen.«

Ausrüstung

am Wochenede bin ich endlich dazu gekommen, zwei neue Ausrüstungsgegenstände zu testen:
Einmal den zugegeben nicht mehr ganz neuen Schlafsack. Mit seinen 2,6 Kilogramm ewicht und 15,5 Litern Packvolumen ein ganz schöner Brocken. Selbst für den vorgesehen Temperaturbereich bis -15°C. Allerdings macht er dies beides durch seine Robustheit, das sehr angenehme Innenklima und eine stark Wasserabweisende Außenhaut wieder wett. Auch die letzte Nacht bei beständigem Nieselregen habe ich wunderbar kuschlig und mollig warm geschlafen. Für Leute die draußen biwakieren und sich auch bei Nässe auf den Schlafsack verlassen wollen sehr empfehlenswert. Hilfreich auch die Netz-innentasche zum vorwärmen der Kleidung für den nächsten Tag und und der blockierende Reißverschluss, der verhindert, daß sich der Schlafsack im halbgeöffneten Zustand weiteröffnet.

Und dann ist da noch der Rucksack.
Mit seinen 85 Litern Volumen sicherlich ein Riesenteil. Aber was soll ich sagen: er war voll. So daß ich die Isomatte außen befestigen musste. Gut dafür waren mein Klettermaterial, ein Zelt, ein Alter Benzinkocher, meine Verplfegung, mein Laptop und ähnliche Späße allesamt innen. Besonders angenehm (bei meinen Querfeldein-Strecken durch Dornengestrüpp) sind die relativ glatte Außenseite, ohne viel Gebamsel und die komplett zu öffnende Front, die jederzeit Zugriff auf alles gewährt und das beladen unheimlich erleichtert. Vor allem aber die meiner Meinung nach ziemlich gute Lastübertragung macht den Rucksack zu einem grandiosen Begleiter für Wanderungen mit richtig viel Gepäck.
So macht das Unterwegs-sein doppelt so viel spass ;)

Morgenbachtal

Das Morgenbachtal ist ja mittlerweile mein beliebtestes Kletterziel. Bietet es doch unzählige Routen an verschiedenen Wänden, so daß sich selbst ein große Anzahl Kletterer nicht ständig auf den Füßen herumtritt. Und spätestens seit ich letztens mit Doro, Daniel und Marc dort war, eine Menge Spaß beim klettern, abseilen und im-dunkeln-klettern hatte (gut, ja ich hatte zwischendrin auch ernsthafte bedenken um nicht zu sagen die Hosen fast voll, aber das ist ja vorbei) versuche ich ständig Leute zu bewegen mit mir dorthin zu kommen. JEtzt habe ic hallerdings festgestellt, daß es auch als Wandergebiet, sehr viel zu bieten hat. Besonders, wenn man die vorhandenen Wege ignorierend, sich über Felder losen Gerölls bergan arbeitet, einen schweren, wenn auch gut tragbaren Rucksack auf dem Rücken. Oder wenn man nach getaner Arbeit oberhalb der Kletterfelsen am Lagerfeuer seine Pfeife raucht, einen Kaffee trinkt und den letzten hellen Streifen des Himmels über den Hügeln von dunklem Violett zu tiefem Schwarz wechseln sieht. Besonders Abenteuerlich stellt sich übrigens der Morgenbach selber dar, wenn es gilt, mit besagtem Rucksack den Bach mittels eines Balancierkuststücks über einen vermoosten Baumstamm diesen Bach zu überqueren. Wer es nicht ganz so abenteuertlich mag, kann ja auch auf den Wegen wandern und in einer der Zahllosen Gastwirtschaften einkehren (oder wenn der gute alte Benzinkocher beim Kaffeekochen den Geist aufgibt :( ).

unterwegs

Seit einer nächtlichen Radfahrt unter einem fast vollen Mond habe ich den Plan gehabt, nachts zu Wandern. Nicht als kleine Nachtwanderung, sondern richtig Wandernd mit Gepäck und allem nachts unterwegs zu sein. Am Freitag Abend bin ich dann in der Nähe von Koblenz über einige Dörfer und Feldwege gewandert. Bis mitten in die Nacht (kurz vor eins war es wohl). Es ist tatsächlich etwas besonderes, mit vollem Gepäck mitten in der Nacht (und wieder bei fast vollem Mond) die Stille genießend zu Wadern. Die Landschaft nur als dunkle Schemen zu sehen, den kühlen Wind im Gesicht zu spüren und den Weg vor sich vom Mond beschienen als silbernes Band sich dahinschlängeln zu sehen. Auf eigenen Füßen zu wandern, alles was man benötigt auf dem Rücken tragend ist ohnehin schon eine bedächtige und schöne Art de Fortbewegung. Nachts gewinnt sie noch einmal hinzu.

Rhein

Ich sitze im Zug von Koblenz nach Trechtingshausen am Rhein. Schaue aus dem Fenster auf die andere Rheinseite. Sehe die Loreley. Erkenne danach Kaub und Lorch, die mich an die letzte wundervolle Zweieinhalbtagestour auf dem Rheinsteig erinnern. An Die süßen Trauben, die in unmengen an den Weintöcken huingen und kurze erfrischung bereiteten. An die Kräftigen Farben des Herbstlaubs an den Bäumen. An die Malerische Landschaft, die schon Goethe und Heine inspiriert hat. Fahre weiter nach Trechtingshausen, daß ich mittlerweile ebenso gut zu kennen glaube, wie den “Assmanshauser Höllenberg” auf der gegenüberliegenden Seite. Sonderbar wie unbeachtet diese traumhafte Gegend als Wandergebiet ist. Denn ebenso wie der Rhein selbst, die Weinberge und die Wälder, bieten die unzähligen Burgen und Türme dem Wanderer immer neue faszinierende Kulissen. So zum Beispiel die Burg Rheinstein, die ich heute besichitgen durfte. Der Plan, irgendwann den Rheinsteig komplett von Wiesbaden bis Bonn zu laufen verfestigt sich immer mehr.