Seit 11 Uhr heute morgen bin ich leid IHK geprüfter Kaufmann im Einzelhandel. Nach sechzehn Monaten Ausbildung.
Und meine Prognosen bezüglich der Ausbildung haben sich bewahrheitet. Die Arbeit im Betrieb macht riesigen Spass und bietet unzählige Möglichkeiten zu Schulungen, weiterbildungen etc. ein Schlaraffenland für Outdoorfans und Materialliebhaber eben. Die schulische Ausbildung hingegen ist, euphemistisch ausgedrückt, mäßig interessant. Ausser wenigen fachspezifischen Inhalten bietet sie hauptsächlich eine magere Allgemeinbildung, nur eben aus kaufmännischer Sicht interpretiert. Hinzu kommt ein Unterichtsausfall von ca. 70% in den ersten 5 Monaten. Danach (in einer Klasse die speziell für “Ausbildungsverkürzer” gebildet wurde) wurde es erheblich besser. Naja, ein Glück ist das ganze jetzt vorbei und ich bin (hoffentlich) nie wieder gezwungen mehrere Stunden lang in einem Raum zu sitzen der nach sämtlichen in deutschland erhältlichen Parfüms gleichzeitig stinkt – bei einem entsprechend geringen Sauerstoffanteil. Auf gehts ins ordentliche Arbeitsleben.
Monthly Archives: Januar 2009
nicht für die Arktis
Menschen zu beraten, wenn es um Outdooraktivitäten geht macht mir nach wie vor enorm viel Spass. Mich mit dem Material zu beschäftigen, funktionsweisen zu verstehen und dieses Wissen weiterzugeben. Gemeinsam das beste Produkt für den jeweiligen Zweck aus der doch breiten Palette herauszufiltern. Allerdings kommt es duraus häufiger vor, dass die Kuden offenbar erst im Laufe der beratung feststellen was sie eigentlich wollen. So kommt es immer wieder zu durchaus amüsanten Gesprächseröffnungen wie “Ich suche einen Schlafsack der leicht ist und trotzdem warmhält.” “Ja, wie warm denn so?” “Warm genug. Also jetzt nicht für arktische Aktivitäten.”. Die häufigsten Wünsche beim kauf eines Schlafsacks sind meiner Erfahrung nach:
“Nicht für die Arktis/ den Himalaya.”, “Jetzt nichts Wildes.”, “Eher so für normal.” und “Ich brauch den nicht für extreme Sachen.”
Wenn ich dann nachfrage, wofür denn dann, stellt sich meist heraus, dass der Schlafsack für alles andere gut sein soll. Alternativ wird auch das nächste Extrem ausgeschlossen.
Erstaulich, dasses offenbar recht schwer ist genaue Vorstellungen von deml, was ein Produkt leisten soll zu formulieren. Oder sich auch nur vor dem betreten des Ladens darüber Gedanken zu machen. Im Gegenzug haben wir jetzt begonnen die Schlafsäcke entsprechend zu beschriften. anstatt “Tundra”, “Kompakt” “Zensor” etc. heissen sie nun “Nichts Wildes”, “Nicht für Himalaya”, “Eher für normal”, etc.
Ich freu mich schon auf den nächsten Kunden der einen Schlafsack “nicht für den Himalaya” sucht und dann genau diesen vorgeführt bekommt.