“Trampen funktioniert nicht mehr.” Höre ich in letzter Zeit des öfteren. Meiner Erfahrung nach stimmt das nur bedingt. Wenn ich meine letzten Tramp-Touren so betrachte, haben wir drei grundsätzlich unterschiedliche Erfahrungen:
Rostock-Frankfurt : Eher unangenehm. 22 Stunden lang an Autobahnen rumgehangen. Ein Paar Stunden an der Raststätte Wildeshausen-Nord unter Bäumen geschlafen. Aber von ausnehmend netten Leuten mitgenommen worden. WObei sich da wieder einmal gezeigt hat, das es den Klischee-mitnehmer nicht gibt. Von einem Surfer auf dem Weg nach Hause, einem Industriemaschinenmonteur beim Umzug, einer Mutter auf dem Weg ihren Sohn abzuholen. Ein Geschäftsmann auf Dienstfahrt (der lieber sein Hörbuch weitergehört hat als sich mit mir zu unterhalten) und einer Russischen Familie auf dem Weg zum Flughafen. Aber: 22 Stunden.
Am Freitag, nachdem ich die erste Strecke mit einem neuen VW Pan Americana selbst gefahren bin, nach kaum zehn Minuten warten von einer Jungen Dame, die mich ein Stück bis Bingen mitnehmen wollte, dann aber doch auf die A3 musste und mich so letzten Endes bis hinter Koblenz mitgenommen hat. Von dort bin ich allerdings gar nicht weiter mitgenommen worden, sonden bin ein Stück die Autobahn entlang gelaufen. Dann über verschiedene Dörfer bis Koblenz rein und zum Banhof.
Und schließlich heute, als ich von Trechtingshausen nach Bingen laufen wollte und von einer Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern spontan mitgenommen wurde und zwar nicht nur bis Mainz, sondern bis Frnakfurt zurück und anschließend noch zum Kaffetrinken eingeladen wurde. Sehr untershciedlich, manchmal anstrengend, aber immer wieder spannend.
Ärgerlich ist dabei dann nur, das sich in den Köpfen der meisten Leute festgesetzt zu haben scheint, daß Tramper dazu neigen sie auszurauben, was dann von Medien auch noch unterstützt wird. Vielen dank auch für das grundsätzliche Misstrauen den Mitmenschen gegenüber.