Dieses Wochenende bin ich mit je zwei S-Bahnen und zwei Regionalbahnen gefahren. Immerhin war jeweils eine Pünklich. Die Anschlusszüge hätten wir aber aufgrund einiger Komplikationen in der Fahrkartenbeschaffung ohnehin nicht bekommen. Da tramp ich doch lieber das nächste mal wieder.
Monthly Archives: November 2008
winteranfang
Wie vorhergesagt, hat dieses Wochenende der Winter angefangen. So richtig mit Schnee. Natürlich musste der Winteranfang gebührend begangen werden. Also haben Marc und ich uns mal wieder auf den Weg ins Morgenbachtal gemacht, um dor zu wandern und zu Biwakieren. Mit kaum zwei Stunden Verspätung sind wir auch gestern Abend gegen 21:30 Uhr in Trechtingshausen angekommen. Vom dortigen Bahnhof sind wir munter durch die mondlose aber sternenklare Nacht gelaufen. Je höher wir kamen, um so mehr Schnee lag noch entlang des Wegs. Oberhalb der Kletterfelsen angekommen, Haben wir dann direkt ein Feuer gemacht um den ca. vier Grad minus etwas entgegenzusetzen. Aber das Wandern, Lagerfeuer machen und wandern bildete ja nur den Rahmen zum biwakieren. Die Schlafsäcke sollten schießlich auch bei minusgraden und Schnee getestet werden. Gut, als es dann tatsächlich wieder losgeschneit hat, haben wir doch noch das Überzelt als Tarp aufgespannt. Mit Schnee im Gesicht schläft sich halt schlecht. Und ja: es ist einfach großartig mitten im Schnee in eienem Schlafsack liegend aufzuwachen. Natürlich mollig warm und trocken.
Heute Morgen (gut eigentlich war es wohl schon Mittag) nach einem leckeren Frühstück (delikate Blaubeersuppe und Kaffee) und wiederpacken der Rucksäcke sind wir dann noch Stück gewandert und schließlich zurück nach Frankfurt gefahren. Ergebnis: Die Schlafsäcke sind toll und wir sind sehr zufrieden, aber müde.
Ach ja, die Fotos gibts im Studivz hier
Da kann ich kaum anders als Heinrich Heines Wintermärchen zu gedenken:
als ich an die Rheinbrück’ kam,
Wohl an die Hafenschanze,
Da sah ich fließen den Vater Rhein
Im stillen Mondenglanze.
»Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein,
Wie ist es dir ergangen?
Ich habe oft an dich gedacht
Mit Sehnsucht und Verlangen.«
wahlen
Nächstes Jahr stehen ja diverse Wahlen an. Der Bundestag wird neu gebildet, das Europaparlament gewählt und hier in Frankfurt muss auch noch ein neuer Landtag gewählt werden. Wenn ich mir parteiprogramme, einzelne Kandidaten und die Öffentlichkeitsarbeit der wählbaren Parteien so anschaue, komme ich immer wieder zu dem Schluß, daß ich unmöglich einer dieser Parteien meine timme geben kann. Ich muss einfach davon ausgehen, daß meine Stimme sonst gegen meinen Willen arbeitet und zur legitimatione irgendeines schwachsinnigen Projekts herhalten muss. Dieser Umstand, vereint mit dem Eindruck, ca. 80% der jeweiligen Abgeordneten haben aus den Augen verloren, daß sie von uns, den Wählern in ihr Amt gesetzt wurden und auch für uns, die Wähler zu arbeiten haben, bringt mich zu dem Entschluss, auf eine neue wählbare Partei aufmerksam zu machen: Die Piraten Partei. Bei den letzten Landtagswahlen hier in Hessen bin ich über diese ernste Alternative gestolpert und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, das einige ihrer Ansichten und Ziele der Demokratie in Deutschland und Europa sehr gut tun würde. Allerdinges braucht diese Partei noch Unterschriften um gewählt werden zu können. Diese Unterschriften kann man der Partei hier geben.
Ausrüstung
am Wochenede bin ich endlich dazu gekommen, zwei neue Ausrüstungsgegenstände zu testen:
Einmal den zugegeben nicht mehr ganz neuen Schlafsack. Mit seinen 2,6 Kilogramm ewicht und 15,5 Litern Packvolumen ein ganz schöner Brocken. Selbst für den vorgesehen Temperaturbereich bis -15°C. Allerdings macht er dies beides durch seine Robustheit, das sehr angenehme Innenklima und eine stark Wasserabweisende Außenhaut wieder wett. Auch die letzte Nacht bei beständigem Nieselregen habe ich wunderbar kuschlig und mollig warm geschlafen. Für Leute die draußen biwakieren und sich auch bei Nässe auf den Schlafsack verlassen wollen sehr empfehlenswert. Hilfreich auch die Netz-innentasche zum vorwärmen der Kleidung für den nächsten Tag und und der blockierende Reißverschluss, der verhindert, daß sich der Schlafsack im halbgeöffneten Zustand weiteröffnet.
Und dann ist da noch der Rucksack.
Mit seinen 85 Litern Volumen sicherlich ein Riesenteil. Aber was soll ich sagen: er war voll. So daß ich die Isomatte außen befestigen musste. Gut dafür waren mein Klettermaterial, ein Zelt, ein Alter Benzinkocher, meine Verplfegung, mein Laptop und ähnliche Späße allesamt innen. Besonders angenehm (bei meinen Querfeldein-Strecken durch Dornengestrüpp) sind die relativ glatte Außenseite, ohne viel Gebamsel und die komplett zu öffnende Front, die jederzeit Zugriff auf alles gewährt und das beladen unheimlich erleichtert. Vor allem aber die meiner Meinung nach ziemlich gute Lastübertragung macht den Rucksack zu einem grandiosen Begleiter für Wanderungen mit richtig viel Gepäck.
So macht das Unterwegs-sein doppelt so viel spass
Morgenbachtal
Das Morgenbachtal ist ja mittlerweile mein beliebtestes Kletterziel. Bietet es doch unzählige Routen an verschiedenen Wänden, so daß sich selbst ein große Anzahl Kletterer nicht ständig auf den Füßen herumtritt. Und spätestens seit ich letztens mit Doro, Daniel und Marc dort war, eine Menge Spaß beim klettern, abseilen und im-dunkeln-klettern hatte (gut, ja ich hatte zwischendrin auch ernsthafte bedenken um nicht zu sagen die Hosen fast voll, aber das ist ja vorbei) versuche ich ständig Leute zu bewegen mit mir dorthin zu kommen. JEtzt habe ic hallerdings festgestellt, daß es auch als Wandergebiet, sehr viel zu bieten hat. Besonders, wenn man die vorhandenen Wege ignorierend, sich über Felder losen Gerölls bergan arbeitet, einen schweren, wenn auch gut tragbaren Rucksack auf dem Rücken. Oder wenn man nach getaner Arbeit oberhalb der Kletterfelsen am Lagerfeuer seine Pfeife raucht, einen Kaffee trinkt und den letzten hellen Streifen des Himmels über den Hügeln von dunklem Violett zu tiefem Schwarz wechseln sieht. Besonders Abenteuerlich stellt sich übrigens der Morgenbach selber dar, wenn es gilt, mit besagtem Rucksack den Bach mittels eines Balancierkuststücks über einen vermoosten Baumstamm diesen Bach zu überqueren. Wer es nicht ganz so abenteuertlich mag, kann ja auch auf den Wegen wandern und in einer der Zahllosen Gastwirtschaften einkehren (oder wenn der gute alte Benzinkocher beim Kaffeekochen den Geist aufgibt
).
unterwegs
Seit einer nächtlichen Radfahrt unter einem fast vollen Mond habe ich den Plan gehabt, nachts zu Wandern. Nicht als kleine Nachtwanderung, sondern richtig Wandernd mit Gepäck und allem nachts unterwegs zu sein. Am Freitag Abend bin ich dann in der Nähe von Koblenz über einige Dörfer und Feldwege gewandert. Bis mitten in die Nacht (kurz vor eins war es wohl). Es ist tatsächlich etwas besonderes, mit vollem Gepäck mitten in der Nacht (und wieder bei fast vollem Mond) die Stille genießend zu Wadern. Die Landschaft nur als dunkle Schemen zu sehen, den kühlen Wind im Gesicht zu spüren und den Weg vor sich vom Mond beschienen als silbernes Band sich dahinschlängeln zu sehen. Auf eigenen Füßen zu wandern, alles was man benötigt auf dem Rücken tragend ist ohnehin schon eine bedächtige und schöne Art de Fortbewegung. Nachts gewinnt sie noch einmal hinzu.
Rhein
Ich sitze im Zug von Koblenz nach Trechtingshausen am Rhein. Schaue aus dem Fenster auf die andere Rheinseite. Sehe die Loreley. Erkenne danach Kaub und Lorch, die mich an die letzte wundervolle Zweieinhalbtagestour auf dem Rheinsteig erinnern. An Die süßen Trauben, die in unmengen an den Weintöcken huingen und kurze erfrischung bereiteten. An die Kräftigen Farben des Herbstlaubs an den Bäumen. An die Malerische Landschaft, die schon Goethe und Heine inspiriert hat. Fahre weiter nach Trechtingshausen, daß ich mittlerweile ebenso gut zu kennen glaube, wie den “Assmanshauser Höllenberg” auf der gegenüberliegenden Seite. Sonderbar wie unbeachtet diese traumhafte Gegend als Wandergebiet ist. Denn ebenso wie der Rhein selbst, die Weinberge und die Wälder, bieten die unzähligen Burgen und Türme dem Wanderer immer neue faszinierende Kulissen. So zum Beispiel die Burg Rheinstein, die ich heute besichitgen durfte. Der Plan, irgendwann den Rheinsteig komplett von Wiesbaden bis Bonn zu laufen verfestigt sich immer mehr.
Trampen
“Trampen funktioniert nicht mehr.” Höre ich in letzter Zeit des öfteren. Meiner Erfahrung nach stimmt das nur bedingt. Wenn ich meine letzten Tramp-Touren so betrachte, haben wir drei grundsätzlich unterschiedliche Erfahrungen:
Rostock-Frankfurt : Eher unangenehm. 22 Stunden lang an Autobahnen rumgehangen. Ein Paar Stunden an der Raststätte Wildeshausen-Nord unter Bäumen geschlafen. Aber von ausnehmend netten Leuten mitgenommen worden. WObei sich da wieder einmal gezeigt hat, das es den Klischee-mitnehmer nicht gibt. Von einem Surfer auf dem Weg nach Hause, einem Industriemaschinenmonteur beim Umzug, einer Mutter auf dem Weg ihren Sohn abzuholen. Ein Geschäftsmann auf Dienstfahrt (der lieber sein Hörbuch weitergehört hat als sich mit mir zu unterhalten) und einer Russischen Familie auf dem Weg zum Flughafen. Aber: 22 Stunden.
Am Freitag, nachdem ich die erste Strecke mit einem neuen VW Pan Americana selbst gefahren bin, nach kaum zehn Minuten warten von einer Jungen Dame, die mich ein Stück bis Bingen mitnehmen wollte, dann aber doch auf die A3 musste und mich so letzten Endes bis hinter Koblenz mitgenommen hat. Von dort bin ich allerdings gar nicht weiter mitgenommen worden, sonden bin ein Stück die Autobahn entlang gelaufen. Dann über verschiedene Dörfer bis Koblenz rein und zum Banhof.
Und schließlich heute, als ich von Trechtingshausen nach Bingen laufen wollte und von einer Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern spontan mitgenommen wurde und zwar nicht nur bis Mainz, sondern bis Frnakfurt zurück und anschließend noch zum Kaffetrinken eingeladen wurde. Sehr untershciedlich, manchmal anstrengend, aber immer wieder spannend.
Ärgerlich ist dabei dann nur, das sich in den Köpfen der meisten Leute festgesetzt zu haben scheint, daß Tramper dazu neigen sie auszurauben, was dann von Medien auch noch unterstützt wird. Vielen dank auch für das grundsätzliche Misstrauen den Mitmenschen gegenüber.