Musik höre ich ja normalerweise von Schallplatte. Mit Knacken, Rauschen und allem was sonst so dazugehört. Keine Dauerberieselung eben, sondern Seite für Seite eine bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte Musik. Und nach spätestens einer Schallplattenseite steht die nächste Entscheidung an. Das ist vielleicht mit ein wenig arbeit verbunden, steigert aber meiner Erfahrung nach das Musikerlebnis um ein Vielfaches, da ich die Musik wesentlich bewusster höre und geniesse, als sagen wir mal 30 GB Musik wild von meiner Lieblingssoftware durwürfeln und ausspucken zu lassen. Gut, wenn ich unterwegs bin höre ich natürlich Datenmusik in MP3 Form, aber auch da meist keine “Random all”-Auswahl, sondern schön selektiert. Radio hingegen habe ich lange Jahre lang gar nicht gehört, weil ich mir das endlose Gequatsche zwischendrin sparen wollte. Mal ehrlich, abgesehen von Formfehlern in allen Bereichen, von einem Aushebeln der Grammatik zugunsten einer höheren Informationsdichte sind die Meisten Sendungen auch inhaltlich eher bescheiden, wenn nicht sogar schmerzhaft.
Warum nun diese ganze Vorschwafelei? Ein kleiner Lokalsender aus Hessen hat mich doch tatsächlich begeistert. Bisher habe ich werder eine wirklich schlechte Sendung gehört, noch auch nur einen einzigen schlechten Song. Und das halte ich wirklich für erwähnenswert. In diesem Sinne: weiter so Radio Bob!


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